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Kommentar
Fehler »08/15-Bewerbung«
Initiativbewerbungen mit Anschreiben wie diesen landen täglich auf den
Schreibtischen von Personal- verantwortlichen. Auf den ersten Blick ist hier
zu erkennen, dass die Bewerbung ohne wirklichen Ein- satz einfach »heruntergeschrieben«
ist. Sowohl die fehlende persönliche Anrede als auch der Betreff Bewerbung
spricht leider gleich gegen Frau Kist. Um welche Bewerbung und um welche Stelle
geht es? Hier hätte der Aufhänger Initiativbewerbung als Sekretärin
von Anfang an für mehr Klarheit gesorgt. Eine Bewerberin aus dem Sekretariat
müsste zudem wissen, dass eine aussagekräftige Betreffzeile zu den
Grundanforderungen im professionellen Schriftverkehr gehört.
Fehler »Flüchtigkeitsfehler«
Natürlich wird das Anschreiben von Frau Kist als erste Arbeitsprobe gewertet
werden. Daher ist es sehr problematisch, dass sich in ihrem Schreiben Flüchtigkeitsfehler
finden lassen. So hat sie in der Da- tumsangabe ein Leerzeichen vergessen. Schwerer
noch wiegt, dass sie in der Firmenanschrift einen Bock geschossen hat. Dort
fehlt das »c« in Schwarzwaldblik. Fehler in der Anschrift führen
sofort zu einer schlechten Grundstimmung bei der Prüfung von Anschreiben.
Personalverantwortliche erwarten, dass die Bewerber wenigstens die Formalien
des Anschreibens im Griff haben – natürlich erst recht im Bereich
Sekretariat. So schlecht wie das Anschreiben anfängt, hört es auch
auf. Der letzte Satz »Am liebsten bei Inen« enthält wieder
einen Rechtschreibfehler.
Fehler »Fehlende Argumente«
Echte Argumente, die für eine Einstellung sprechen, fehlen im Anschreiben
von Frau Kist. Sie geht wohl davon aus, dass ihre langjährigen Erfahrungen
im Bürobereich ausreichend sind. Über welche Erfahrun- gen sie verfügt,
erwähnt sie allerdings nicht. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass
gerade die Tätig- keiten im Sekretariat sich sehr stark voneinander unterscheiden
können. Hier reicht die Spanne von reinen Schreibtätigkeiten bis hin
zu anspruchsvollen Assistenzaufgaben.
Fehler »Zweifel an den Soft Skills«
Mit ihren Tippfehlern hat Frau Kist schon Zweifel an ihrer Sorgfalt und Konzentrationsfähigkeit
geweckt. Es geht aber noch weiter. Sie erwähnt, dass ihr die Arbeitsatmosphäre
bei ihrem momentanen Arbeit- geber nicht mehr gefällt, weil ein neuer Abteilungsleiter
eingestellt worden ist. Die Frage, die sich einem Personalverantwortlichen dadurch
zwangsläufig aufdrängt, ist: »Warum tut sie nicht selbst etwas
für die Gestaltung der Arbeitsatmosphäre?« Vielleicht ist Frau
Kist ja eine Bewerberin, die nur dann zuverläs- sig arbeiten kann, wenn
alles im ewig gleichen Trott abläuft. Solch eine unflexible Mitarbeiterin
möchte man aber nicht im eigenen Unternehmen haben.
Fazit
Dieses Anschreiben einer Initiativbewerbung wurde offensichtlich mit der heißen
Nadel gestrickt. Auf eine nähere Beschäftigung mit den weiteren Unterlagen
wird sich kein Personalverantwortlicher einlas- sen. Absage und Unterlagen zurück!
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